Berlin soll Druck machen

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Die Menschenrechtlerin Mina Ahadi fordert die Bundesregierung auf, im Fall der beiden in Iran inhaftierten deutschen Journalisten, mehr Druck auf das Regime in Teheran auszuüben.

Sakineh Mohammadi Ashtiani und ihr Sohn Sadschdschad Kadersadeh erhielten die Erlaubnis mit Medienvertretern zu reden.

Sakineh Mohammadi Ashtiani und ihr Sohn Sadschdschad Kadersadeh erhielten die Erlaubnis mit Medienvertretern zu reden.
Foto: AFP

Berlin –

„Es muss Schluss sein mit der Kuscheldiplomatie“, sagte Ahadi der Frankfurter Rundschau. Die Bundesregierung solle mit offenen Karten spielen und die Freilassung der Deutschen fordern, die seit über 84 Tagen im Iran in Haft sitzen. Es sei klar, so Ahadi weiter, dass die beiden Reporter von der Regierung in Iran als Geiseln missbraucht würden. Ahadi lebt seit Jahren in Köln und kämpft mit ihrem Komitee gegen Steinigungen und für Menschenrechte im Iran. Mehr

Stellungnahme von Mina Ahadi aus aktuellem Anlass

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Die iranische Gottesdiktatur muss sich entschuldigen und nicht der Axel-Springer-Verlag

Eine Stellungnahme von Mina Ahadi aus aktuellem Anlass

Die Beweislage ist ebenso umfassend wie eindeutig: Die Islamische Republik Iran ist seit ihrer Gründung ein totalitärer Unrechtsstaat, in dem die elementarsten Grund- und Menschenrechte systematisch verletzt werden. Während weder Meinungs-, Koalitions- und Versammlungsfreiheit noch das Recht auf individuelle Selbstbestimmung existieren, werden nichtangepasste, freiheitsliebende und oppositionelle Kräfte auf vielfältige Art unterdrückt, eingeschüchtert, massakriert, gefoltert und hingerichtet. Allein in den letzten Wochen wurden zahlreiche Todesstrafen gegen Regimegegner vollstreckt und entwürdigende Strafen vorgenommen. Mehr

Döpfner: Über inhaftierte Reporter gesprächsbereit

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Medien - Döpfner: Über inhaftierte Reporter gesprächsbereit

dpa Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner (Archivbild)
Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer („Bild“, „Die Welt“), Mathias Döpfner, hat dazu aufgerufen, „Lethargie und Naivität“ gegenüber dem Islamismus abzulegen.

TITANIC kämpft für die Gerechtigkeit

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Spitzenautoren, Spitzenzeichner, Spitzenlayouter, Spitzenpraktikanten und Spitzenredaktionsassistentinnen fordern den Iran auf, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen

 

»Laßt die beiden Reporter frei« – so lautete die Schlagzeile der Bild am Sonntag. Hundert Prominente fordern dort die Freilassung zweier Bild-Reporter, die sich seit drei Monaten in iranischer Haft befinden. Dabei ist die Inhaftierung durchaus zu rechtfertigen, insbesondere durch den vom Iran erhobenen Vorwurf eines Verstoßes gegen Visabestimmungen. Mehr

Druck auf Iran muss erhöht werden

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Die zum Tode durch Steinigung verurteilte Iranerin Aschtiani hat angekündigt, sie wolle zwei deutsche Reporter, ihren Anwalt und eine iranische Menschenrechtsaktivistin verklagen. Es tobt eine Propagandaschlacht. Mehr

Die Farce geht in die zweite Runde

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von nics bloghaus

Im Moment gibt es einmal wieder einen Sturm im Medienwald. Das Thema: Sakineh Ashtiani’s Ankündigung, Anzeige gegen die beiden in Iran festgehaltenen deutschen Journalisten Marcus Hellwig und Jens Koch zu stellen.
Im gleichen Atemzug wird auch darüber berichtet, dass der Sohn von Sakineh Ashtiani, Sadschdschad Kadersadeh, auf Kaution freigelassen wurde und mitteilt, dass seine Mutter schuldig sei:

«Ich denke nicht, dass meine Mutter unschuldig ist. Sie ist sicher schuldig», sagte Kadersadeh. Die Entscheidung über ihr Schicksal müssten aber die Behördenvertreter des Landes treffen. Sie könnten die Entscheidung, sie zu steinigen, in ein anderes Urteil umwandeln, sagte er. (Tagesanzeiger.ch)

Kadersadeh hat auf einer gestern eilig einberufenen Pressekonferenz auch mitgeteilt, dass seine Mutter die beiden Journalisten und Mina Ahadi verklagen will, da diese “Schande über mich und das Land gebracht haben”.

Dabei handele es sich um “die beiden Deutschen”, ihren ehemaligen Anwalt Mohammad Mostafaie, den Mörder ihres Ehemannes, Issa Taheri, sowie die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi. (standard.at)

Keiner dieser Artikel stellt die Frage, was der Hintergrund für diese Wendung sei. Manchmal verraten aber sogar einzelne Sätze in den fast wortgleichen Artikeln mehr. Die NZZ schreibt:

Ursprünglich sollte nach Auskunft lokaler Behörden am Samstag auch Sakineh Mohammadi Ashtiani vor Journalisten sprechen. Allerdings sei nicht das ordnungsgemässe Verfahren eingehalten worden, damit sie das Gefängnis verlassen könne, begründeten Behördenvertreter ihr Nicht-Erscheinen.

und kommt damit der Wahrheit schon recht nahe.

Sakineh Ashtiani ist eine sehr einfache Frau. Sie spricht kaum ein Wort Farsi, die Sprache, in der der auch die Verhandlungen gegen sie geführt wurden. Sie verstand ihr eigenes Todesurteil nicht. In dem Teil eins der Farce – der angeblichen Freilassung – wird sie in einem Video vorgeführt, in dem sie auf Englisch die Schuld am ihr zur Last gelegten Mord zu gibt. Mit diesem öffentlichen Geständnis hat sie sich erpressbar gemacht. Es ist davon auszugehen, dass sie nicht versteht, dass sie dem Regime in Teheran als Marionette dient.

Der Sohn ist in einer ähnlichen Situation. Er wurde verhaftet, als er Marcus Hellwig und Jens Koch ein Interview geben wollte. Um seinen Hals zu retten – denn eine Anklage auf Spionage, die ihm angedroht wurde, wird in Iran mit dem Tode bestraft – stellt er sich vor die Mikrofone ausgesuchter Journalisten und bekräftigt zum einen die Schuld seiner Mutter und bittet öffentlich um Gnade. Um im gleichen Zuge die Journalisten davon zu informieren, dass gegen die beiden Journalisten, den (inzwischen im Exil lebenden) Ex-Verteidiger sowie die (ebenfalls im Exil lebende) Menschenrechtlerin Mina Ahadi Anzeige erstattet werden wird.

Und niemand fragt nach den Hintergründen?

Alle Beteiligten werden als Marionetten in einem widerlichen Spiel missbraucht. Die beiden als Geiseln festgehaltenen Journalisten dienen Teheran als Pfandfaust gegenüber der deutschen Regierung, die deshalb noch immer auf “stille Diplomatie” setzt. Relativ erfolglos.
Der ehemalige Anwalt Mohammad Mostafaie hat vermutlich eine Zeit lang mit dem iranischen Regime zusammengearbeitet. Und als ihm das selbst zu unmoralisch wurde, sich ins Ausland abgesetzt.
Mina Ahadi ist nicht nur erklärte Gegnerin des Mullah-Regimes, sie wird von diesem auch als solche wahrgenommen. Die gesamte Kampagne dient unter anderem dem Zweck, die Arbeit von ihr und Maryam Namazie für Stopstoning now zu diskreditieren.
Und nicht zuletzt auch Sakineh Ashtiani und ihr Sohn.

Und niemand der schreibenden Kollegen sieht das? Oder gibt es eine Abmachung, über die Hintergründe nicht zu berichten? Allein Spiegel online stellt die Frage, ob die Ankündigung der Anzeige “womöglich auf Druck der Behörden” geschah.

In einem weiteren Artikel berichtet der Spiegel darüber, dass sich mehr als 100 Prominente aus Deutschland für die Freilassung der beiden Journalisten Marcus Hellwig und Jens Koch einsetzen.

Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) warnte Iran vor Konsequenzen: “Ich appelliere an Iran, die beiden so schnell wie möglich freizulassen. Ein Staat, der wie Iran ständig um Verständnis wirbt, sollte darauf achten, dies nicht auf anderen Gebieten zu verspielen.” (SPON)

Ich kann mich des Kommentares dazu nicht enthalten: sollen nun auch wirtschaftliche Interessen Deutschlands am Elburs verteidigt werden oder was bedeutet dieser Satz?

Die im Artikel zitierte Literaturnobelpreisträgerin Hertha Müller spricht mir aus dem Herzen:

Sie erinnere der Umgang mit Frau Aschtiani “an die Schauprozesse der stalinistischen Diktaturen in Osteuropa”.

Allerdings hat Teheran gut gelernt, die modernen Medien – sogar die westlichen – für seine Zwecke zu nutzen. Gut zu nutzen.

Nic


Nachtrag (13:19 Uhr):

tagesschau.de schreibt:

Beobachtern zufolge könnte es sich bei dem inszenierten Auftritt von Sakine Mohammadi Aschtiani um einen Deal zwischen der iranischen Justiz und der zum Tode verurteilten Frau handeln. Möglicherweise haben beide Seiten abgesprochen, dass Frau Mohammadi Aschtiani einerseits die beiden deutschen Journalisten beschuldigt und andererseits dafür gewisse Vorteile bekommt.

und trifft damit den Nagel auf den Kopf

http://networkedblogs.com/cBJ4I

Berlin soll Druck machen

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Die Menschenrechtlerin Mina Ahadi fordert die Bundesregierung auf, im Fall der beiden in Iran inhaftierten deutschen Journalisten, mehr Druck auf das Regime in Teheran auszuüben. Mehr

Mina Ahadi im Interview

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(hpd) Im Moment gibt es einmal wieder einen Sturm im Medienwald. Das Thema: Sakineh Ashtiani’s Ankündigung, Anzeige gegen die beiden in Iran festgehaltenen deutschen Journalisten zu stellen.
Im gleichen Atemzug wird auch darüber berichtet, dass der Sohn von Sakineh Ashtiani, Sajjad Kadersadeh, auf Kaution freigelassen wurde und mitteilt, dass seine Mutter schuldig sei. Mehr

Sakineh Ashtiani in den Medien

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via nics bloghaus II

Nach der Aufregung der letzten Tage um die vermeintliche Freilassung von Sakineh Ashtiani gibt es nun Genaueres in diversen Medien dazu.

Peinlich genug: gerade der Berliner Kurier war der Erste, der ein “zynisches Spiel der Machthaber von Teheran” vermutete. (siehe hier) Leider hat sich genau das bestätigt: Sakineh Ashtiani wurde als Marionette des Regimes missbraucht. Angesichts der Tatsache, dass sie nicht einmal richtig Farsi spricht und versteht und deshalb sogar Ihr Todesurteil nicht verstand, kann man davon ausgehen, dass sie auch nicht verstand, was ihr in den Mund gelegt wurde, als sie “We planned to kill my husband.” (siehe hier) sagte. Das Teheraner Regime führte Frau Ahstiani regelrecht vor:

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Eine Hand voll Gerechtigkeit

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Südkurier: Mina Ahadi ist eine freundliche Frau. Selbst wenn die 54-Jährige davon erzählt, dass sie Morddrohungen erhält, lächelt sie. Mehr

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